Wochenrückblick 05.06. bis 11.06.2017

Goslarer Neonazis zu „Besuch“ in Göttingen

Am 08.06. erschienen die Goslarer Neonazis Joost Nolte und Florian Kaempf zusammen mit sieben weiteren Neonazis um den Göttinger Jens Wilke vor dem Gericht in Göttingen. Neben größtenteils einheitlicher Kleidung in „Kein Bock auf Antifas“-Shirts zeichnete sich die Gruppe vor allem durch das teilweise Tragen von Quarzsandhandschuhen aus. Grund für den Auflauf war eine durch Wilke zu tätigende Zeugenaussage im Prozess gegen eine Antifaschistin. Nach Prozessende zogen die Nazis in Polizeibegleitung weiter zum Göttinger Bahnhof, von wo aus Nolte und Kaempf wieder die Heimreise antraten.

(Jens Wilke neben Joost Nolte und Florian Kaempf)

[Quelle: https://www.flickr.com/photos/afnpnds/35179927635/in/album-72157681855501532/]

NPD-Stand in Seesen

Am 10.06.2017 führte die NPD Goslar zusammen mit der JN Braunschweig sowie Mitgliedern des Kollektiv Nordharz eine Standkundgebung in der Seesener Fußgängerzone durch. Anmelder des Standes war, wie zuletzt auch, der Goslarer Carsten Dicty. Im Voraus fand kaum eine öffentliche Mobilisierung seitens der beteiligten Gruppierungen statt, so dass die Teilnehmerzahl im einstelligen Bereich blieb. Aus Braunschweig reisten zur Unterstützung des Standes Lasse Richei und Sebastian Weigler an, welche im Laufe der dreistündigen Kundgebung versuchten, Flyer und Infomaterial an Passanten zu verteilen. Zur Betreuung des Standes fanden sich neben dem Anmelder Dicty auch Felix Wolf, Dominik Brandes und Florian Kaempf vom Kollektiv Nordharz, sowie Stefan Reisel ein, welcher durch das Tragen eines T-Shirts der neonazistischen Kleinpartei „Der III. Weg“ auffiel. Reisel nahm bereits am NPD-Stand vor einigen Wochen in Goslar teil, wo er anwesende Fotografen bedrohte und einzuschüchtern versuchte. Neben diversen Unterlagen der NPD wurden am Stand auch Materialen für den „Tag der Deutschen Zukunft“ in Goslar verteilt.

(Stefan Reisel, Carsten Dicty, Felix Wolf und Dominik Brandes konnten trotz „freundlichem“ Lächeln nur wenige Passanten für ihren Stand begeistern)

[Quelle: https://www.flickr.com/photos/mr_bildarchive/34403593463/in/album-72157681951542243/]

Laut Recherche Nord hatten die Neonazis vor Ort, im Gegensatz zur eigenen Darstellung in den sozialen Netzwerken, mit verschiedensten Hindernissen zu kämpfen: So musste die vorher bereits zur Schau gestellte Reichsflagge wieder eingerollt werden und das Verteilen von Flyern wurde ihnen erst nach einiger Zeit genehmigt. Das wohl größte Problem an diesem Vormittag schien allerdings das wohl eher gering ausgefallene Interesse der Seesener Bürger am Stand der NPD gewesen zu sein.

(Dicty, Weigler, Brandes, Richei und Wolf in Seesen. Das Zeigen der Reichsflagge wurde im Laufe des Vormittags durch die Polizei untersagt.)

[Quelle: https://www.flickr.com/photos/mr_bildarchive/35212889645/in/album-72157681951542243/]

Weitere Bilder der Standkundgebung findet ihr bei Recherche Nord und Marian Ramaswamy:

Tag der Deutschen Zukunft 2017 & 2018

Goslarer Neonazis in Karlsruhe

Am vergangenen Samstag, den 03.06.2017, fand in Karlsruhe-Durlach der 9. „Tag der Deutschen Zukunft“ statt. In Goslar wurde im Voraus seitens des Kollektiv Nordharz für diese Demonstration mehrfach in Form von Aufklebern und Flyern geworben.

Der diesjährige TDDZ fiel im Gegensatz zum Vorjahr im Sinne der Veranstalter eher schlecht aus: Statt der erwarteten 1000 Teilnehmer fanden sich schlussendlich nur knapp 300 Neonazis vor Ort ein und somit reduzierte sich die Teilnehmerzahl von ca. 900 Nazis 2016 in Dortmund deutlich.

Auch dieses Jahr nahmen wieder organisierte Neonazis des Kollektiv Nordharz den weiten Anreiseweg zum Aufmarsch auf sich. Vor Ort fielen sie vor allem durch ihren einheitlichen Kleidungsstil auf, welcher sich durch weiße Hemden mit aufgesticktem „Nordharz“-Schriftzug auszeichnete. Neben Joost Nolte, Carsten Dicty, Dominik Brandes, Felix Wolf, Florian Kaempf und Lukas Strietz aus dem Landkreis Goslar, waren auch mehrere Nazis aus dem Ostharz, sowie der aus Walsrode stammende Sören Surdyk angereist.

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(von links nach rechts [in weißen Hemden]: Felix Wolf, Lukas Strietz, Carsten Dicty, Florian Kaempf, Sören Surdyk, sowie am rechten Bildrand Joost Nolte)

Quelle: https://www.flickr.com/photos/147449040@N07/35092011145/in/album-72157682419356531/

TDDZ 2018 in Goslar

Zum Abschluss der Demonstration wurde das TDDZ-Banner an das Kollektiv Nordharz überreicht. Dabei wurde verkündet, dass der 10. Tag der Deutschen Zukunft 2018 in der „Reichsbauernstadt“ Goslar stattfinden soll. Dass es den Nordharzer Neonazis gelang, den TDDZ zum wiederholten Male in die Region und zum ersten Mal nach Goslar zu bringen, lässt sich unter anderem auf die stark gesteigerten Aktivitäten, sowie die zunehmend guten Verbindungen und Kontakte der Gruppierung zu bundesweit agierenden Strukturen und Einzelpersonen der deutschen Naziszene zurückführen.

Das Kollektiv Nordharz verbreitete die Meldung über den TDDZ 2018 kurz nach Demonstrationsende auf ihrer Facebook-Seite und bewarb kurz darauf bereits ihre erste Mobilisierungs-Kundgebung in Goslar, welche am 24.06.2017 am Jakobikirchhof stattfinden soll, sowie eine bereits durchgeführte Banner-Aktion. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob ihnen der gewünschte Versammlungsort genehmigt wird. Bereits 2015 versuchte die Partei „Die Rechte“ am selbigen Ort eine Versammlung durchzuführen, was ihnen jedoch seitens der Behörde untersagt wurde. Als Ersatz diente damals der Parkplatz vor dem Hotel Achtermann, wo sich ca. 80 Neonazis mit rund 1000 Gegendemonstranten konfrontiert sahen.

Mobilisierungsgrafik des Kollektiv Nordharz zum TDDZ 2018

Banner-Aktion des Kollektiv Nordharz auf dem „Blauen Haufen“ in Goslar. Zu sehen sind u.a. Florian Kaempf und Joost Nolte.