Hakenkreuze und rechte Störaktion

 Hakenkreuze an jüdischen Gedenkstein in Seesen geschmiert
Am Freitag den 26.01.2018, kam es am frühen Nachmittag zwischen 13.10 und 15.30 Uhr in Seesen zu einer Sachbeschädigung am Gedenkstein für die ehemalige Synagoge in der Innenstadt. Ein oder mehrere Täter besprühten den Gedenkstein am Schulzentrum in der St.-Annen-Straße mit mehreren Hakenkreuzen in silbergrauer Farbe. Laut Polizei wird deshalb auf Grund der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Sachbeschädigung ermittelt.
In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Hakenkreuz-Schmierereien im Seesener Stadtgebiet und den angrenzenden Ortsteilen. So wurden 2014 Stromkästen, Autos und Wahlplakate in Seesen mit pinken Hakenkreuzen beschmiert. 
2016 wurden sowohl auf dem Vereinsgelände des FC Rhüden, als auch auf einem Haus in Ildehausen Hakenkreuze aufgesprüht, welches anschließend angezündet wurde. Zuvor hatte sich das Gerücht herumgesprochen, dass Asylsuchende dort Unterkunft finden sollten.
Der nun betroffene Gedenkstein in Seesen dient dem Gedenken an die frühere Synagoge und jüdische Gemeinde in der Stadt. So wurde 1810 von Israel Jacobson vor Ort der Jacobstempel gegründet – eine Synagoge, welche als die weltweit erste reformierte Synagoge des Judentums galt. Zudem befand sich in direkter Nachbarschaft der Synagoge ebenso eine zuvor von Jacobson eingerichtete jüdische Schule. Am 09. November 1938 wurde der Jacobstempel Opfer der Reichspogromnacht und brannte vollständig nieder. In derselben Nacht, in der die Seesener Synagoge brannte, wurde der Synagogenvorsteher Siegfried Nußbaum angeschossen und starb wenig später an den Folgen der Schussverletzung. Insgesamt wurden 22 in Seesen geborene Juden und 250 ehemalige Schüler der Jacobsonschule im Rahmen der Shoa ermordet.  
 
Quelle: http://www.xn--jdische-gemeinden-22b.de/images/seesen3.png
 
Rechte Störaktion und Kundgebung in Duderstadt
Am Samstag den 27.01.2018 kam es in den Abendstunden in Duderstadt zu einem Zwischenfall, bei denen Akteure der Goslarer Naziszene und der Volksbewegung Niedersachsen beziehungsweise Freundeskreis Niedersachsen/Thüringen involviert waren. Das Duderstädter „Bündnis gegen Rechts – Duderstadt bleibt bunt“ lud an diesem Abend zu einem Vortrag über den Umgang mit der AfD ein. Geladen war dazu Michael Schmelich, sozialpolitischer Sprecher der Grünen im Dresdener Stadtrat. Vor Beginn der Veranstaltung betrat ein knappes Dutzend Nazis den Vortragsraum in der örtlichen Volkshochschule. Laut eigener Aussage versuchten sie, mit den Anwesenden des Bündnisses zu diskutieren. Wie auf einigen verwackelten Handyfotos, welche auf den einschlägigen Social-Media-Seiten hochgeladen wurden, zu erkennen ist, versuchten die Nazis zudem an der Veranstaltung teilzunehmen und setzen sich in die Stuhlreihen des Veranstaltungsraums.
Anschließend meldete der Göttinger Jens Wilke eine Spontankundgebung an. Dass diese Kundgebung, im Gegensatz zur Darstellung der Rechtsradikalen, wohl eher weniger spontan war, zeigten unter anderem die eingesetzte Mikrofonanlage sowie das mitgeführte „Tag der deutschen Zukunft“-Banner. Die Kundgebung erreichte vermutlich nur wenige Menschen. Die hochgeladenen Fotos auf der Facebook Seite der „Volksbewegung Niedersachsen“ zeigen lediglich eine menschenleere Duderstädter Innenstadt. Unter den anwesenden Neonazis waren neben Jens Wilke auch Joost Nolte aus Goslar und Dominik Brandes aus Langelsheim. 
„Spontankundgebung“ der Rechten

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